Spiritualität und Natur

Christi Himmelfahrt, der Tag an dem die Natur uns ruft.

In die Welt, die im Argen liegt, ist das Licht des ewigen Lebens eingebrochen. Die Apostel erfüllt die Gewissheit, dass die Welt anders wird: Gott hat Jesus durch die Auferstehung zum Herrn, zum König der Völker gemacht, der den Frieden schafft! Das Leben hat sich Bahn gebrochen!

So bin ich denn in diesem Jahr zu dem Ort gefahren, an dem mir schon einmal seltsame Dinge passiert sind. Es ist einer dieser Lichtorte die nur sehr selten sind, so Stone Henge in England etwa.

Vor der Christianisierung wurde diesem mystischen Ort schon eine besondere Bedeutung zugesprochen. Hierher wurden aus dem ganzen Umland die Verstorbenen gebracht, damit sie die letzte Ruhestätte finden. Man muss sich einmal vorstellen welch ein Aufwand betrieben wurde, aus 100 km einen Leichnam ohne Straßen dorthin zu transportieren. In der Überlieferung wird gesprochen, dass bis Paderborn hoch und bis zum Rheinland die Leichen von besonderen Menschen transportiert wurden an diesen heidnischen Ort. Noch heute erzählen Ortsnamen wie Bracht oder Brachthausen an die Zwischenstationen der langen Reise.

Die Besonderheit dieses Ortes zeigt schon die geographische Lage. So ist in einer Hochebene nur eine Erhebung. Während der ganz frühen Christianisierung wurde auf dieser heidnischen Lichtquelle sofort eine Kapelle errichtet. Diese ist auch weithin zu sehen. Im Frühlingspunkt geht nun die Sonne im Osten genau zwischen zwei Bergen auf und lässt diesen magischen Ort im ersten Licht erstrahlen.

Später, als die Römerzeit beendet war, wurde im Ort dann ein mächtiger Dom errichtet. Es war der erste im ganzen Land. Wenn man die Karte betrachtet, dann sind alle anderen Kirchen im Land strahlenmäßig um diesen Ort angesiedelt. Im Dom selbst ist im Deckengemälde das Symbol der Fische nicht mit zwei Fischen gemalt, sondern hier ausnahmsweise mit drei Fischen. Über diese Darstellung kann nur spekuliert werden was es zu bedeuten hat.

Nun bin ich denn mit den Schwestern der Franziskanerinnen im Jahr 2015 zu diesem Ort gepilgert. Meine Frau war seinerzeit schwer an Krebs erkrankt und ich habe an diesem Ort für sie gebetet. Die Schwestern haben in dem Dom eine Messe gelesen. Nach dem Gottesdienst trete ich aus der Kirche ins freie und mein Blick fällt auf drei Gräber direkt vor mir. Es waren die Gräber mit den Inschriften von zwei Männern und einer Frau. Nun muss man wissen dass in der Vergangenheit Frauen niemals in der Nähe von Kirchen beerdigt wurden. Hier lag also ganz nah an der Kirche eine Frau, ich schaue auf die Inschrift und staune nicht schlecht; der Todestag war vermerkt mit dem Geburtstag meiner Frau, der 29.09. Meine Frau ist 40 Tage später verstorben.

In diesem Jahr nun bin ich an Christi Himmelfahrt den Kreuzweg hinauf zur Kapelle. So wie ich nun wandle, fällt mein Auge plötzlich im lichten Grün der jungen Buchentriebe auf einen großen Vogel, der sehr nah an einer Gebetstelle auf einem Ast sitzt. Ich schaue ihn an und gehe langsam weiter um ihm keine Angst zu machen. Es ist der Vogel der Weisheit – eine Eule. Er dreht seinen Kopf hinter mir her, blinzelt mich an und redet mit mir so, dass es tief in mich eindringt.

In wenigen Tagen ist Pfingsten, der Tag des Heiligen Geistes.

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