Was hat ein Rockkonzert in meiner Musikkneipe mit dem Beginn der Rauhnächte zu tun?

Welch ein Tag zum Feiern, der Geburtstag des Lichts am 21.12, laute berauschende Musik, mit Alkohol den Rausch verstärken, die Vergänglichkeit hinter sich lassend und mit der Hoffnung auf ein Leben im Licht.
Da stehe ich nun in der Pause mit dem jungen Gittaristen Frank und dem noch jüngeren Bassisten Christian in der Kneipe und wir unterhalten uns über die Vergänglichkeit – die Vergänglichkeit von Rōhrenverstärkern. Und da ist dann plötzlich dieses Wort aus mir gekommen, freigespült vom Alkohol, mehr als 40 Jahre nicht benutzt: Dielektrikum. Ein Imker braucht so ein Wort nicht. Und trotzdem ist dieses Wort da. Verankert im Bewusstsein, enemso wie der 21.12. ;auch dieser wichtige Tag hat einen Namen : „Thomas“

Wenn 2 in meinem Namen zusammen stehen, so bin ich mitten unter ihnen.

Wir haben den Dingen Namen gegeben, um die Zusammenhänge zu begreifen. Weihnachten- die geweihten Nächte. In der Gestalt eines Kindes wird uns die Verheissung auf das ewige Leben geboren. Dazu noch ein Zitat aus dem Alten Testament:

Ihr alle seid Kinder des Lichtes. 1.Thessalonicher 5,5

Den 10km Weg im Licht zu laufen um das Auto am nächsten Morgen abzuholen verhilft dann zu diesen Gedanken. Und natürlich auch der nächtliche Taxidienst meiner Nachbarin. Danke

Spiritualität und Natur

Christi Himmelfahrt, der Tag an dem die Natur uns ruft.

In die Welt, die im Argen liegt, ist das Licht des ewigen Lebens eingebrochen. Die Apostel erfüllt die Gewissheit, dass die Welt anders wird: Gott hat Jesus durch die Auferstehung zum Herrn, zum König der Völker gemacht, der den Frieden schafft! Das Leben hat sich Bahn gebrochen!

So bin ich denn in diesem Jahr zu dem Ort gefahren, an dem mir schon einmal seltsame Dinge passiert sind. Es ist einer dieser Lichtorte die nur sehr selten sind, so Stone Henge in England etwa.

Vor der Christianisierung wurde diesem mystischen Ort schon eine besondere Bedeutung zugesprochen. Hierher wurden aus dem ganzen Umland die Verstorbenen gebracht, damit sie die letzte Ruhestätte finden. Man muss sich einmal vorstellen welch ein Aufwand betrieben wurde, aus 100 km einen Leichnam ohne Straßen dorthin zu transportieren. In der Überlieferung wird gesprochen, dass bis Paderborn hoch und bis zum Rheinland die Leichen von besonderen Menschen transportiert wurden an diesen heidnischen Ort. Noch heute erzählen Ortsnamen wie Bracht oder Brachthausen an die Zwischenstationen der langen Reise.

Die Besonderheit dieses Ortes zeigt schon die geographische Lage. So ist in einer Hochebene nur eine Erhebung. Während der ganz frühen Christianisierung wurde auf dieser heidnischen Lichtquelle sofort eine Kapelle errichtet. Diese ist auch weithin zu sehen. Im Frühlingspunkt geht nun die Sonne im Osten genau zwischen zwei Bergen auf und lässt diesen magischen Ort im ersten Licht erstrahlen.

Später, als die Römerzeit beendet war, wurde im Ort dann ein mächtiger Dom errichtet. Es war der erste im ganzen Land. Wenn man die Karte betrachtet, dann sind alle anderen Kirchen im Land strahlenmäßig um diesen Ort angesiedelt. Im Dom selbst ist im Deckengemälde das Symbol der Fische nicht mit zwei Fischen gemalt, sondern hier ausnahmsweise mit drei Fischen. Über diese Darstellung kann nur spekuliert werden was es zu bedeuten hat.

Nun bin ich denn mit den Schwestern der Franziskanerinnen im Jahr 2015 zu diesem Ort gepilgert. Meine Frau war seinerzeit schwer an Krebs erkrankt und ich habe an diesem Ort für sie gebetet. Die Schwestern haben in dem Dom eine Messe gelesen. Nach dem Gottesdienst trete ich aus der Kirche ins freie und mein Blick fällt auf drei Gräber direkt vor mir. Es waren die Gräber mit den Inschriften von zwei Männern und einer Frau. Nun muss man wissen dass in der Vergangenheit Frauen niemals in der Nähe von Kirchen beerdigt wurden. Hier lag also ganz nah an der Kirche eine Frau, ich schaue auf die Inschrift und staune nicht schlecht; der Todestag war vermerkt mit dem Geburtstag meiner Frau, der 29.09. Meine Frau ist 40 Tage später verstorben.

In diesem Jahr nun bin ich an Christi Himmelfahrt den Kreuzweg hinauf zur Kapelle. So wie ich nun wandle, fällt mein Auge plötzlich im lichten Grün der jungen Buchentriebe auf einen großen Vogel, der sehr nah an einer Gebetstelle auf einem Ast sitzt. Ich schaue ihn an und gehe langsam weiter um ihm keine Angst zu machen. Es ist der Vogel der Weisheit – eine Eule. Er dreht seinen Kopf hinter mir her, blinzelt mich an und redet mit mir so, dass es tief in mich eindringt.

In wenigen Tagen ist Pfingsten, der Tag des Heiligen Geistes.

Die Ankunft

Das Kofferlaufband dreht sich immer noch und mein Rucksack ist nicht in Sicht. Jetzt stehe ich nur noch mit meinen zwei Begleiterinnen allein am Förderband in der Gepäckhalle des Airport.

„Geht schon mal vor den Eingang und schaut mal nach dem Bus, damit wir den nicht verpassen!“

Mein Rucksack ist weg, verloren gegangen; der kommt nicht mehr aus dem Kofferkeller auf das Förderband. Da muss ich eine Vermisstenmeldung aufgeben…..Die Formalitäten werden auch zügig aufgenommen.

Und da stehe ich nun, mit meiner weißen Plastiktüte in der Hand. Drin das Nötigste, was ein Mann so braucht: Stift und Papier (Schiff und La Badia) , Fotoapparat, ein eingepacktes Butterbrot mit einer Wasserflasche und natürlich der warme Pullover, denn den hatte ich vorsorglich bereits auf der engen Flugzeugtoilette ausgezogen.

Vor dem klimatisierten Flughafengebäude werde ich von lauen sommerlichen Lüften umschmeichelt. Glücksgefühle steigen in mir auf und laufen als angenehme Schauer den Rücken wieder hinunter und machen kribbeln in den Zehenspitzen. Vor wenigen Stunden mitten in der finsteren Nacht durch Schneegestöber über die Autobahn und nun tauche ich in eine andere Welt ein. Leicht bewegen sich die Palmenwedel im milden Sommerwind.

Tief durchatmen und jetzt erst mal die Brille aufsetzen, damit die Phantasie mein inneres Auge mit hellen Sonnenbildern nicht völlig überlädt.

Meine beiden Begleiterinnen kann ich nirgendwo sehen!   „Die sind auch weg – genau wie der Rucksack! Bestimmt schon vorgefahren“ beruhige ich mich. Das habe ich geahnt, mit Fräulein von Schwanenberg gibt es Ärger. So junge Frauen unter 30 sind noch so unvernünftig…

„Also keine Panik“, die Bank an der Bushaltestelle  lädt ja auch zum Verweilen ein. Ich habe ja alle Zeit der Welt und das Leben liegt noch vor mir.

Keine Ahnung, wie lange ich so gesessen habe; trage ja keine Uhr, da hält plötzlich ein Bus an meiner Haltestelle. Ist wie aus dem Nichts aufgetaucht; Nummer 487 steht drauf.

Bssss macht die Bustür und die hellblonde Busfahrerin spricht mich an und zeigt auf meine weiße Plastiktüte. Ich schüttele verneinend den Kopf; verstehe kein Wort der fremden Sprache.

 „Was die wohl meint?“ überlege ich noch; habe aber schon meine Geldbörse mit dem eingeprägten Marihuana Symbol in der Hand und fingere umständlich einen 5er hervor. Mit Fahrkarte und Wechselgeld in der Hand gehe ich schnell nach hinten durch und suche mir einen Sitzplatz, während sich der Bus bereits in Bewegung setzt und mit eiliger Fahrt zur Schnellstrasse unterwegs ist…

Ich muss wohl eingenickt sein, denn als ich wieder wach werde, sitze ich ganz allein im Bus. Vorne fährt immer noch die blonde Busfahrerin. Wie sie dort hinter dem großen Steuer sitzt; eine lichtgewordene Erscheinung, die die kurvenreiche Strecke durch die Mistralwolken fährt; Berge sind kaum auszumachen. Nach rechts und links werde ich von der Fliehkraft gedrückt, wenn es durch die engen Kurven geht.

„Hmm, überlege ich, eine hellblonde nasengepiercte Busfahrerin in Südwestafrika – wie seltsam?!“

Beim Einsteigen hatte ich keine Gelegenheit mal kurz in ihre Augen zu sehen. Wer mag das sein; wem habe ich mich da anvertraut in diesem fürchterlichem Bus“Ich muss hier raus; die Gegend sieht auch so seltsam aus. Das muss eine Entführung sein“ geht es mir durch den Kopf. Also schnell den Halteknopf gedrückt.

Eine Minute später: „Bsssss“ die Bustür öffnet sich. Mit der Plastiktüte in der Hand steige ich eilig aus; und schon macht es wieder „Bssss“, die Tür schließt sich hinter mir und die Lichtgestalt braust mit ihrem Gefährt davon.

Kein Haus weit und breit, nur dieses Bushäuschen in der Einöde zwischen Himmel und Meer.

Da, ich erkenne die Fortalezza im Hintergrund und dort unten leuchtet blau das Meer. Wenn ich bloß wüsste, was die Busfahrerin zu mir beim Einsteigen gesagt hat?

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